Passionskonzerte im April 2017

Passionskonzerte im April 2017
Wir freuen uns auf die gemeinsamen Auftritte mit der Aargauer Kantorei im April 2017

13. Dezember 2004


Thurgauer Zeitung, 13. Dezember 2004, 
«Alles, was das Leben ausmacht», von C. Lampart

«Alles, was das Leben ausmacht» Liederbücher haben die Eigenschaft, dass sie unterschiedlichstes Liedgut beherbergen. Sakrales, folkloristisches, derbes, feingeistiges - einfach alles, was das Leben ausmacht. Der Schwule Männerchor Zürich stellte in Weinfelden «The English Songbook» vor.

Von C. Lampart

Weinfelden. Der Schwule Männerchor Zürich (Schmaz) umfasst 37 Sänger, die unter der musikalischen Leitung von Karl Scheuber stehen. Begleitet wurde das Vokalensemble von Irwin Gage (Klavier) und Maximilian Näscher (Schlagzeug). Zusammen traten sie vor einem komplett ausverkauften grossen Saal im Weinfelder Rathaus auf. Es waren sicherlich deutlich über 200 Musikbegeisterte anwesend, sodass nicht nur die Künstler einen perfekten Rahmen vorfanden, sondern sich auch die veranstaltende Konzert- und Theatergesellschaft Mittelthurgau über eine schöne Einnahme freuen durfte.
Unbekanntes zu entdecken
Das «English Songbook», das hier vorgestellt wurde, bestand fast ausschliesslich aus klassischen Volks- und Kunstliedern aus dem englischsprachigen Sprachraum, die hierzulande wohl kaum einem ein fester Begriff sind. Wohl gehören Komponisten wie Elgar, Barber, Vaughan Williams, Britten, Holst oder Sullivan zum Besten, was in den letzten 150 Jahren England und Amerika an Tonschöpfern hervorbrachten, doch dürften beispielsweise Holst oder Sullivan vielen mehr als Orchester- und Operetten-, denn als Liedkomponist bekannt gewesen sein. Es galt also, wenn auch nichts Neues, so doch weitgehend Unbekanntes zu entdecken.

Und das Versprechen wurde eingelöst - und zwar auf eine höchst abwechslungsreiche und vergnügliche Art. Angefangen mit Edward Elgars «Five-Part-Song for Men's Voices» erweiterte sich das Spektrum vom einfach gesetzten «The Salley Gardens» über den Musical-Chor «Oh, what a beautiful morning» bis hin zu Trauerliedern und höchst anspruchsvolle Sprechmusiken. Es war erfrischend zu sehen, wie vielfältig die englischsprachige Chortradition die Zeiten seit der barocken Hochblüte eine Händels überlebt hat. Genau gesungen
Der Chor sang sehr präzis, manchmal zwar etwas verhalten bezüglich Volumen. Dies kam andererseits der Textverständlichkeit zugute. Den Stimmregistern war anzumerken, dass sie nicht nur aufeinander hörten, sondern auch aufeinander eingingen, was zu einem schönen Gesamterlebnis führte. Dies sah auch das Publikum so, das wiederholt kräftigen Beifall spendete.