30. Juni 2001

Basler Zeitung, 30. Juni 2001, 
"Havels subversive Deutung der Neutralität",
 von Tilman Renz

"Die Bundesbrüder grüssen wir": mythisch verklärte Worte nach klassischer Partitur am mythischen Ort. Auf dem Rütli, wohin der Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger seinen Gast, den tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel, geführt hatte, wurde der Rütli-Akt aus Gioacchino Rossinis Oper "Wilhelm Tell" gespielt. Allerdings - und das war bezeichnend für diesen zweiten Staatsbesuchstag - eben nicht nach traditioneller Art: Es sang der schwule männerchor zürich, begleitet von einem Jazzensemble in einer frechen Inszenierung, die - en passant - etwa die Armbrust, die einer der Sänger trug, ohne Umschweife von der mythischen in die wirkliche Vergangenheit schickte.


Schweizer Illustrierte, 
"Vaclav Havel, Sie haben mir das Rütli zurückgegeben!"

Von Monique Ryser
Deshalb sassen die beiden zusammen auf dem Rütli., hörten den Kernser Singbuben zu, hielten ganz traditionell mitten auf der Rütliwiese eine Rede und lauschten einer jazzigen Interpretation des Rütli-Aktes aus der Rossini-Oper "Wilhelm Tell", gesungen vom schwulen männenchor zürich.