Passionskonzerte im April 2017

Passionskonzerte im April 2017
Wir freuen uns auf die gemeinsamen Auftritte mit der Aargauer Kantorei im April 2017

25. November 1998

Zürcher Oberländer, 25. November 1998, «Einen schmaz für die Schweiz»


«Schiff ahoi!», eine kunterbunte musikalische Revue zum Bundesjubiläum 1998 im Volkshaus Zürich

Die Idee für die Revue «schmaz ahoi!» um Bundesjubiläum 1998 ist brillant und lustig zugleich. Der Ausgangspunkt ist eine Meldung im «Seeblatt für Stadt und Land» aus dem Jahre 1864: Das Dampfboot «Stadt Zürich» hat auf dem Bodensee bei starkem Nebel das Dampfboot «Jura» gerammt und «in den Grund gebohrt». Zum Glück wurden die Passagiere und die Mannschaft gerettet.

Der «schmaz» (schwuler männerchor zürich) fragt sich nun, was passiert, wenn plötzlich ganz verschiedene Schweizer, also die «Rammenden» (Städter) und die « Geretteten» (Volkstümliche vom Land) in demselben Boot sitzen.Originelles Konzept

Das originelle Konzept von Dominik Flaschka, Corinne Hügli und Christian Knecht geht auch künstlerisch auf. Der musikalische Leiter und Pianist des Abends, Karl Scheuber, hat für seine Sänger treffende und wirkungsvolle Chorlieder dramaturgisch geschickt zusammengestellt: ernsthafte vaterländische Männerchöre wie «Mein Vaterland, wach auf» von Carl Attenhofer oder der «Festgesang» von Friedrich Hegar wechselten mit Volksliedem wie «Wänn eine tannigi Hose hät», «Jetzt wämmer eis jödele» oder Was brucht ä rächte Schwyzermaa». Klassisches wie Othmar Schoecks «S Seeli», das «Zu Hilfe» aus Mozarts Zauberflöte, die Barcarole aus «Hoffmanns Erzählungen» von Jacques Offenbach wechselt mit Schlagern wie «Ich bi dä Gigi vo Arosa», «Go West» oder «Help».

Unglaublich, was dieser «Männerchor» alles kann. Die einzelnen Chorgruppen und Solisten sind durch ihre Kostüme (Sennekutteli, Matrosenkleidung, Armeeuniformen, Pfarrerskutte, Rapper- und Schlagerkostüme) klar unterscheidbar. Und sie singen - mit dem als die Retterin «Uriella» verkleideten Chorleiter am Klavier - ohne Mikrofon mit mutigem Stimmeinsatz: frei, sicher und ausdrucksstark. Und auch der Humor bleibt nicht im Konzept stecken: schnelle Stilwechsel, rhythmische Präzision und ein wirkungsvolles Nebeneinander von ernst und heiter meistern diese Sänger mit Leichtigkeit.

Tolerante Schweiz

Solistische Einlagen, a cappella-Chöre oder das Singen in kleineren Ensembles gehen nebeneinander einher, als wäre das überhaupt kein Problem. So wird aus dieser «Schweiz in einem Boot», die Regisseur Dominik Flaschka geschickt choreographiert hat, eine kunterbunte Gesellschaft. Für einmal ist es eine vielfältige und tolerante «Schweiz», an der man richtig den Plausch haben kann.